Planfeststellungsverfahren: RWE Dea will Erdgasförderung in Völkersen erhöhen

Bohrturm Völkersen

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RWE Dea hat eine Verdopplung der Erdgasförderung in Völkersen von 500.000 auf 1 Million Kubikmeter Erdgas pro Tag beantragt. Die zuständige Bergbehörde LBEG hat dafür vorschriftsgemäß ein Planfeststellungsverfahren eröffnet und in diesem Rahmen eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVP) angeordnet.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) bezeichnet die UVP als Farce und hat gleichwohl fristgerecht, wie viele weitere besorgte Bürger, eine Einwendung gegen das Vorhaben der RWE Dea AG erhoben. Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung wird als völlig unzureichend bezeichnet, weil der Untersuchungsgegenstand unzureichend festgelegt ist, die Methodik pauschal und willkürlich ist und Bewertungsmaßstäbe nicht vorhanden, nicht nachvollziehbar oder willkürlich gewählt sind. In seiner Einwendung zeigt der BBU die Defizite im Detail auf.

Diplom-Physiker Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU erklärt hierzu: „An diesem Antrag zeigt sich deutlich, welche Vorstellungen die Gaskonzerne von einer Umweltverträglichkeitsprüfung haben. Es geht anscheinend lediglich darum, formell eine lästige Pflicht zu erfüllen, aber nicht die detaillierte Ermittlung und Bewertung der Umweltbelastungen vorzunehmen. Eine weitgehend fehlende Anlagenbeschreibung, ein zu kleiner Untersuchungsraum, fehlende quantitative Aussagen über die zu erwartenden Umweltbelastungen oder das fast völlige Ausblenden des nicht bestimmungsgemäßen Betriebs sind nur einige Punkte, die diese Untersuchung zu einer Farce machen. Die Untersuchung ist so wenig konkret, dass noch nicht einmal klar ist, ob am Standort eine Gasförderung mittels Fracking erfolgen soll. Dass die zuständige Behörde den Antrag auf dieser Grundlage ausgelegt und nicht zurückgewiesen hat, ist ein Skandal.“

Der BBU sieht sich angesichts dieses exemplarischen Falls in seiner Position bestätigt, dass die von vielen Politikern hoch gelobte und zukünftig geplante Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für Fracking-Vorhaben keine Umwelt- und Gesundheitsschäden verhindern wird. Eine solche UVP hätte lediglich eine Alibifunktion. Der BBU fordert daher das ausnahmslose Verbot von Fracking.

Dass Umweltverträglichkeitsprüfungen für eine per se nicht umweltverträgliche Methode der Gasförderung ein im Grunde zweckloses Unterfangen sind, deutete sich schon an, als im letzten Monat ein „Fachgespräch UVP Fracking“ des Umweltministeriums in Hannover stattfand. Die Aussagen der anwesenden Vertreter des Umweltschutzverbandes BUND und der Bürgerinitiativen war eindeutig: Wir fordern das generelle Fracking-Verbot, daher braucht es auch keine UVP-Regelung für Fracking. Es klang an, dass die UVP-Regelung auch für die bisherige Praxis der Genehmigung der Gasförderung überdacht werden müsse. Einvernehmen unter den teilnehmenden Gruppierungen konnte beim ersten Fachgespräch nicht erzielt werden, ein zweites Fachgespräch wurde für den 26. August 2013 angesetzt.

Die Einwendung des BBU ist im Internet abrufbar.

Allgemeinverständliche Zusammenfassung: Antrag auf Planfeststellung für die Erhöhung des Fördervolumens auf dem Förderplatz der Völkersen Z3/Z11

Anlagen zum PFB Völkersen 2013 [ZIP-file, 12,2 MB]

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